Meine Gefühle gingen auf und ab. Ein Kind, es passiert. Ich werde Mutter. Werde ich eine gute Mutter sein? Werden mein Mann und ich das meistern? Wirst du gesund sein? Wie wirst du aussehen? All diese Gedanken gingen mit die ersten Tage durch den Kopf. Bist du mein Schicksal? Bist du gekommen, weil meine Mama gegangen ist? Hat sie Dich geschickt? Vielleicht wirst du ihr von deinem Charakter sogar ähneln? Vielleicht bist du da um mir Halt zu geben, aber vielleicht auch einfach nur, weil die Zeit reif war für dich und deine Eltern, dass ihr zueinander kommt. Weißt du noch wie sich unsere Geburt ankündigte. Wie schwierig es war für dich und mich? Die geplatzte Fruchtblase aber keine Wehen, die dir helfen würden nach draußen zu kommen. Ich glaube du wolltest eigentlich noch ein bisschen bei deiner Mama bleiben, so nah wie du es die letzten 9 Monate warst. Darum hast du dir 39 Stunden Zeit gelassen. Und selbst als du dich schon Richtung Welt schobst, hat man von außen nachhelfen müssen, damit du dich wirklich traust. Du hattest es nicht leicht mit mir. Und trotzdem warst du tapfer, stark und gesund. Du warst so zart mit deinen 2910 gram und so winzig. 50 cm war mein kleines Baby, mein kleiner Schatz, mein kleines Wunder. Dein Kopf war klein, 32,5 cm und dafür war ich sehr dankbar, denn ich kann mir nicht vorstellen wie schmerzhaft es noch werden könnte, wenn das schon so doll weh tat. Aber dann lagst du da. Auf meiner Brust. Deine Augen schauten genau in meine. Sie waren irgendwie so groß und deine Züge waren so deutlich. Du warst etwas zerknittert, aber viel weniger als ich es mir vorgestellt hätte.

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Wir lagen eine ganze Stunde so da. Erschöpft. Dieses Gefühl, diese ersten Momente mit dir, ich konnte zum ersten Mal meine Gefühle nicht in Worte fassen und es fällt mir auch jetzt schwer zu sagen was ich fühlte. Es war eine Flut, von Glück, Liebe, Müdigkeit, Traurigkeit und Bewunderung, für dich und auch für mich. Das habe ich gemacht. Ich habe dich auf diese Welt befördert. Mit deiner Hilfe natürlich, aber ich und Du, wir beide haben dieses Wunder geschehen lassen. Und es kann nur ein Wunder sein. Das ein Mensch im Körper eines Menschen heranwächst, bevor er zur Welt kommt. Das es überhaupt möglich ist. Du suchtest meine Brust und du trankst. So selbstverständlich, als hättest du nie etwas anderes getan, und ich hatte Milch, als wäre es nie anders gewesen. Aber eigentlich wollten wir nur schlafen. Wir schliefen einige Stunden, du warst untertemperiert. Die ersten zwei Tage. Du hast viel geweint und wir hatten dich immer auf der Brust. Ich habe auch geweint, vor Müdigkeit, vor Schmerz in meiner Brust. Aber du warst da, das war dass Wichtigste. Die ersten Monate fielen dir schwer. Du wolltest noch nicht hier sein, auf dieser Welt. Sie war dir zu leise, zu hell, zu laut, zu kompliziert, zu verwirrend… Wir haben versucht dir zu helfen, dich zu tragen, rund um die Uhr, ich habe dich gestillt wann immer du wolltest und war selbst mit den Kräften manchmal am Ende. Aber ich versuchte daran zu denken, wie schwer das alles erst für dich sein muss. Wie neu und ungewohnt.

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Was auch immer dich verwirrte, richtig zu essen gehörte nicht dazu. Du nahmst super zu, und du warst ganz offensichtlich darauf aus zu wachsen und stark zu werden. Und als du vier Monate alt wurdest, da war die Welt auch nicht mehr nur verwirrend für dich, sie fing an dir auch zu gefallen. Du fingst an besser zu schlafen und weniger zu weinen. Weißt du für was ich sehr dankbar bin? Das ich immer vom ersten Tag an geschafft habe dich irgendwie zu beruhigen. Du magst viel geweint haben, aber du hast uns irgendwie zu dir durch gelassen. Du hast uns dir helfen lassen, meistens 🙂 Heute bist Du ein halbes Jahr alt. Das ist dein halber Geburtstag. Und es kommt mir vor wie gestern, als du nirgends schlafen wolltest, außer auf meinem Bauch. Heute schläfst du nicht mehr so gern auf mir ein, lieber in deinem eigenen Bett, mit Meeresrauschen im Hintergrund. Du liebst diese App und wir erst… Du bist jetzt schon ein richtiges Baby. Du greifst nach allem, du lachst wenn du uns siehst, du verfolgst Dinge die sich bewegen. Du bist einfach schon so weit. Und ich bin jedes mal traurig, wenn ich merke, dass du wieder etwas neues kannst und stolz und froh zugleich. Aber es geht so schnell, du bist so schnell so groß geworden, und es dauert nicht mehr lang, dann wirst du in den Kindergarten gehen, in die Schule, eine Frau finden, heiraten und mich verlassen.

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Ja da ist noch etwas Zeit, aber wenn 6 Monate so schnell vergehen, dann wird all das andere auch schneller da sein als man denkt. Dabei bist du doch mein kleines Baby. Ich freue mich auch darauf ,wenn du laufen und sprechen kannst und größer wirst, aber es könnte ruhig ein bisschen langsamer passieren, damit ich mich mental vorbereiten kann. Du bist schließlich das Beste was ich bis jetzt zustande gebracht habe, du bist mein Wunder, mein Fleisch und Blut und ich liebe dich mit jedem Atemzug.

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An dir zu riechen ist beruhigend, mit dir zu lachen befreiend, mit dir zu weinen geht tief, dir etwas beizubringen ist besonders. Alles mit dir ist neu und gut, und alles ist über kurz oder lang schön. Selbst der wenige Schlaf, die vielen Tränen, selbst das hat mir gezeigt was ich aushalten kann, für Dich, für meinen Sohn. Und ich bin so stolz, dass du mein Sohn bist und so stolz deine Mutter sein zu dürfen. Du bist das größte Geschenk und die schönste Aufgabe, du bist mein Licht und meine Zukunft. Meine Motivation und meine Kraft.

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Mein kleiner Löwe, ich liebe dich wie der Wind das Meer und der Himmel die Erde, wie das Universum groß und lang ist. Das du hier bist, bei mir, beweist, das es etwas Göttliches in unserem Universum gibt und du wirst meine Seele immer bei dir tragen. Du bist all das was keiner sein kann, du bist mein Kind! Und ich liebe dich dafür das du bist, dafür das du lebst und dafür das du ausgerechnet mich gewählt hast.

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